Der besondere Sonderling
Der Opel Vectra 2000 2,0 16V Turbo 4x4 rollte 209 Mal vom Band. Drehmomentstarke 204 Pferdchen unter der Haube waren in Verbindung mit einem Allradantrieb die absolute Macht vor gut 15 Jahren. Auf Dauer sollte es aber nicht reichen, um anlässlich internationaler Beschleunigungswettbewerbe den Rüsselsheimer Blitz einfahren zu lassen. Opel in der Klemme? Das ist kein Thema für Jan Pieplow. Er wusste den Quattros dieser Welt schon immer Paroli zu bieten. Der Schrauber aus Bad Lobenstein nennt das erfolgreiches Krisenmanagement in 12,4 Sekunden. Die Nummer 144 besagter 209 Opel-Raritäten wurde von Jan Pieplow in Eigenregie weiterentwickelt. Dazu trug ein in Bad Salzuflen ansässiges Unternehmen namens DSOP Wesentliches bei. Die vier Großbuchstaben stehen für Dirk Stock Opel Performance beziehungsweise für Tuning vom Feinsten. Hier zog man alle Register in Sachen Leistungssteigerung. Auf der Rechnung standen unter anderem eine umfangreiche Zylinderkopfbearbeitung, ein Popoff-Ventil, eine doppelflutige Downpipe, ein riesiger Lotec-Ladeluftkühler, diverse Samco-Schläuche, ein Benzindruckregler und die Erweiterung der Hardware auf Kolbenbodenkühlung sowie die der Software auf freie Programmierbarkeit.
Falken-Reifen der Dimensionen 215- und 225/40-16 bringen die Power auf den Asphalt. Sie liegen in den vorn 9 und hinten 9,5 Zoll breiten Betten zweiteiliger S1-Felgen. Die leicht modifizierte und in einem Lamborghini-Farbton lackierte Karosserie ruht knapp darüber, standesgemäß getragen von einem entsprechend eingestellten KW-Gewindefahrwerk der Variante 2, ohne das Tuning heute undenkbar scheint.
Im Inneren des Viertürers haben Jan Pieplows motorsportliche Ambitionen natürlich auch Spuren hinterlassen. Zwei Zusatzinstrumente geben Auskunft über Öltemperatur und Ladedruck. Die erste und einzige Reihe ist mit Sitzen des Typs Monaco GT bestuhlt. Wer darauf Platz nimmt, kann sich sicher fühlen, dank eines polierten Wiechers-Alu-Käfigs mit Kreuz, H-Strebe, Flankenschutz und verchromten Schrauben. Im 32er Raid-Silberpfeil wartet ein Airbag – hoffentlich vergeblich – auf seinen Einsatz…Im Radioschacht steckt eine DVD- und MP3-fähige Kenwood-Headunit mit ausfahrbarem Monitor. Zwei weitere Bildschirme zieren die lederbezogene Freifläche im Fond, die durch den Entfall der Rückbank entstand. Himmel, Dachsäulen, Armaturenbrett und Türverkleidungen sind ebenfalls mit hellem Leder der feinsten Sorte bezogen. Erste Wahl ist auch der schwarze Bodenteppich, der hier einen wahrlich starken Kontrast bildet.
Unter dem hölzernen Schiffsboden des früheren Gepäckabteils verbirgt sich die Batterie, während oben auf dem teuren Parkett ein Baseball-Handschuh montiert ist, der einen Monitor trägt. Eine Rockford-Fosgate-Vierkanalendstufe, die sowohl das Rainbow-Dreiwegesystem vorn als auch das Pioneer-Zweiwegesystem hinten versorgt, hat den Fensterplatz zum Innenraum eingenommen.
Wer würde da nicht von guten Aussichten sprechen? Die Konkurrenz natürlich! Sie zittert beim Show & Shine und auf dem Dragstrip gleichermaßen. Tuning bringt’s! Der alte Vectra läuft wie ein geölter Blitz, und der neue Astra verkauft sich wie geschnitten Brot. So baut man Erfolgswagen, und so schreibt man Zahlen, die so schwarz sind, wie die vier Striche, die der Pieplow-Vectra beim Beschleunigen in den Asphalt brennt!
Details(Halter- bzw. Herstellerangaben)
Basisfahrzeug: Opel Vectra 2000 – 2,0 16V Turbo 4x4
Erstzulassung: 7.2.1994
Motor: auf dem Originaltriebwerk basierend
Leistung: 360 PS
Hubraum: 2,0 l
Motorextras: DSOP-Leistungssteigerung durch Zylinderkopfbearbeitung, 1,3 bar Ladedruck, Lotec-Ladeluftkühler und freiprogrammierbares Steuergerät, Popoff-Ventil, Samco-Schläuche, Benzindruckregler, Kolbenbodenkühlung
Auspuffanlage: zweiflutige „Downpipe“ plus Bastuck-Komplettanlage
Fahrwerk: KW-Gewindefahrwerk Variante 2, je eine verchromte Domstrebe vorn und hinten
Felgen: S1, zweiteilig, vorn 9 x 16 ET 28, hinten 9,5 x16 ET 16 (inklusive Lochkreisadaption)
Reifen: Falken, vorn 215/40-16, hinten 225/40-16
Karosserie: angeschweißte Motorhaubenverlängerung, Audi-A-6-Türgriffe vorn, Türgriffe hinten entfallen
Lackierung: Lamborghini Gallardo, Lackiererei Rost, Erzgebirge
Innenraum: Himmel, Dachsäulen, Armaturenbrett und Türverkleidungen mit hellem Leder bezogen, lederbezogene Fläche mit zwei Monitoren anstelle der Rückbank, schwarzer Bodenteppich, Radkreuz, Feuerlöscher und Nothammer verchromt und dekorativ montiert, Durchladeeinrichtung verglast, Kofferraum mit Holzboden und Baseball-Deko
HiFi/Multimedia: Kenwood-Headunit (DVD- und MP3-fähig) mit ausfahrbarem Monitor, zwei Monitore im Fond, ein Montor im Kofferraum, eine Rockford Fosgate-Vierkanalendstufe, Rainbow-Dreiwegesystem vorn, Pioneer-Zweiwegesystem hinten
Sonstiges: Bonrath-Einarmwischer, verchromte Schlossfallen, schwarze Bi-Xenon-Scheinwerfer (Audi S6), Magicar-Alarmanlage, gefederte Sachs-Sintermetallkupplung, Schaltwegverkürzung, Viertelmeilenzeit: 12,4 Sekunden
Dank an: Andre Kerstenski und Daniel Fiedler