Wenn das Original „zu brav“ ist
Perfektion hat im schweizerischen Zug eine andere Bedeutung als im italienischen Sant’Agata Bolognese. Hört, hört! Lamborghini ist mit dem Gallardo LP560-4 zufrieden. BF-performance zeigt, wie man sich „noch besser“ vorstellt. Sie nennen Audis Italo-Sportler brav, und weder sportlich noch individuell genug. Deshalb verwandeln sie sowohl das Coupé als auch den Spyder in den GT600, der leistungsstärker, selbstbewusster und aggressiver auftritt.
Zum praktischen Verwandlungs-Set zählen ein Vollständig neues Aerodynamikpaket aus Karbon, Flügeltüren für die besondere Optik, die Interieurgestaltung mit Karbon in Wunschfarbe, und auf Wunsch wird der Gallardo auf reinen Heckantrieb umgerüstet. Letzteres ist eine „reife“ Ingenieursleistung der besonderen Art. Das Herausschrauben der Antriebswellen spart Gewicht. Es kostet jedoch beim Beschleunigen wertvolle Zeit und vor allem nicht ganz billige Reifen. Macht nix – wer am Wörthersee auf dem Gummiplatz auffallen will, muss Zugeständnisse machen!Zum „Design“: Voluminöse Lufteinlässe erinnern an Lamborghinis Topmodell Reventón. Im Pressetext heißt es dazu: „Hieraus ergibt sich eine deutlich aggressivere Optik und ein gesteigertes Überholprestige.“ Das ist gut, wenn die Bambini „deutsche Autobahn“ spielen wollen. Oder geht es darum, den Veyron-Fahrern zu zeigen wo der Bartel den Most holt?
Mehr Pressetext gefällig? Bitte: „Ein deutliches Plus an Individualität erzeugen die Flügeltüren, die Lamborghini den Modellen mit Zwölf-Zylinder-Motoren vorbehält. Dank BF-performance kommen nun auch die Fahrer des von einem V10 angetriebenen GT600 in den Genuss der typischen Lamborghini-Türen.“ Das ist also „individuell“. Und das ist es auch:„BF-performance bietet eine einzigartige Veränderung an: Das Fahrzeug kann vom allrad- zum heckgetriebenen Supersportwagen umgerüstet werden. So vereint der GT600 das exklusive Feature des Gallardo LP550-2 „Valentino Balboni“ mit der gesteigerten Leistung. Das neue Antriebskonzept und die Gewichtseinsparung von 43 Kilogramm ergeben ein einzigartiges Fahrerlebnis.“ Und die pubertären Pickel sprießen strahlend über das ganze Gesicht. Tuning muss offenbar individuell sein, nicht besser.