Tuning mal völlig anders
Von Jennie Kowalski – www.ruhrpott-girlie.de. Spontan muss man sein – und an diesem Wochenende waren wir das ganz besonders! Mit dem Bottrop Kustom Kulture besuchten wir bereits das zweite Treffen innerhalb weniger Stunden. Ort des Geschehens: Flugplatz "Schwarze Heide". Wir waren in den letzten Jahren immer wieder mal da. Das Treffen ist einfach Kult in der Hot-Rod- und Ami-Szene. Facebook hatte uns in letzter Minute auf die Spur gebracht. In den Vorjahren wurde die Veranstaltung mit Plakaten beworben. Vorbei – ausgerechnet das Jubiläumstreffen – das zehnte nämlich – findet man nur noch im Netz. Besten dank an die Jungs von Streetec, die mit ihrem Käfer auf dem Weg nach Bottrop waren und ein entsprechendes Bild gepostet hatten. Das Wetter ließ leider zu wünschen übrig. Die Wiese, die Besuchern als Parkfläche zur verfügung stand hatte sich zu einem kleinen Sumpf entwickelt. Der Wind sorgte auch nicht gerade für Wohlbehagen, und ab und zu tröpfelte es noch ein wenig. Angesichts all dieser Vorzeichen scheint es mir kein Wunder, dass anscheinend ein paar Besucher weniger kamen als im Vorjahr. Nichtsdestotrotz machte Spaß, als Besucherin ein Auge auf Mustang, Impala und Co. zu werden. Wär ich nur zehn zentimeter größter, ich glaub, ich würd auf dumme Gedanken kommen. So ein 67er Impala oder Mustang, das wär schon was Feines :-)! Angenehm auch, dass die Besitzer solcher Wagen meist schon ein wenig älter sind. Das hat was Entspannendes. Keine lauten Bässe oder Burnouts...
Eine Ruhestandsfete war das Ganze allerdings nicht! Zum Veranstaltungsangebot zählte die berühmt berüchtigte Viertelmeile. Das lassen sich richtige Fans nicht entgehen. Die alten Schätzchen standen Schlange! Materialschonung - ein Fremdwort! Diese Wagen haben einen ganz besonderen Charme und oft auch bemerkenswerte Spaltmaße, wie sie bei Golf oder Polo einfach nicht vorkommen dürfen. Hier werden sie geradezu vorausgesetzt, wenn man mit so einem Ford von 1930 vorfährt. Hier haben Rat Look und Pinstriping ihren Ursprung.
Eindrucksvoll in Szene gesetzt wurde dieser unvergleichliche Stil nicht nur von zahlreichen Autos, sondern auch von vielen Custom Bikes. Auf dem Hauptgelände der Veranstaltung sah man übrigens nur Autos und Motorräder, die bereits im Vorfeld eingeladen worden waren, nachdem sie eine Bewerbungsphase auf der Homepage des Veranstalters überstanden hatten. Zugelassen dafür waren nur etwa 250 Hot Rods, Custom Cars und Bikes bis einschließlich Baujahr 1965. Die Fahrer "normaler" amerikanischer Fahrzeuge und europäischer Fabrikate mussten draußen parken.
Ein umfangreiches Rahmenprogramm bietet diese Veranstaltung selbstredend; neben vielen szenebekannten Pinstripern gab es Live-Bands, Pin Up Girls und Auftritte von weiteren Szenegrößen wie Profi-Skateboarder Adrian Lopez. Nächstes Jahr sind wir auf jeden Fall wieder dabei. Den Terminplan werde ich im Auge behalten, denn es wäre zu schade, diese geniale Veranstaltung zu verpassen.