Mit 5 Euro war man dabei
Lustigerweise erwarten eine ganze Menge Leute von Tuning.de stets frisch-fröhliche „Friede-Freude-Eierkuchen-Berichterstattung“. Konstruktive Kritik ist unerwünscht. Aus unserer Sicht stellt sich hier einmal mehr die Frage, die die ganze Welt bewegt: Wen juckt das? Zum Glück ist es nicht verboten, die Wahrheit zu schreiben. Deshalb sagen wir es, wie es ist: Wir waren sehr enttäuscht vom oben namentlich benannten Nachttreffen in Belgien!
Bis Freitagabend lagen uns – trotz intensiver Bemühungen darum – noch immer Infos zu dem Treffen vor; abgesehen vom Veranstaltungsort und der Uhrzeit, zu der die Fete steigen sollte (18 bis 24 Uhr). Mehrere Anfragen beim Veranstalter wurden immer nur pauschal mit der bereits bekannten Adresse sowie eben dem Veranstaltungszeitraum beantwortet. Nachdem der Weg nicht allzu weit war, sind wir mit fünf Autos zur Tuningnacht in Maaseik aufgebrochen.
Bei 5 € Eintritt pro Auto kann man in Belgien ja nicht viel verkehrt machen - dachten wir J. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Das Treffen war lieblos organisiert. Am Eingang gab es weder Flyer noch irgendeine der üblichen kleinen Aufmerksamkeiten. Unsere Autos wurden in der letzten Ecke einer Sackgasse in einem Industriegebiet geparkt. Immerhin hatte man aus dieser Position das gesamte Event bestens im Blick. Keine Kunst – denn das Meeting war mit geschätzten 120 teilnehmenden Fahrzeugen ausgesprochen überschaubar. Entsprechend schnell stellte sich unendliche Langeweile ein.Zu allem Übel waren die meisten Autos von eher durchschnittlicher Qualität. Die Jury hatte es gewiss nicht leicht, hier eine Top-20-Wertung vorzunehmen und zudem drei Best-of-Show-Pokale zu vergeben. Vermutlich hat sie sich aus der daraus resultierenden Verzweiflung heraus gar nicht erst alle Autos angesehen und ihre Entscheidung irgendwie aus dem Bauch heraus getroffen.
Viele der belgischen Besucher haben die Situation wohl genauso eingeschätzt und sind lange vor Mitternacht wieder nach Hause gefahren. Ein Programm bzw. Aktivitäten irgendwelcher Art gab es ohnehin nicht. Es stand zwar eine Frittenbude auf dem Platz – aber wer kann schon sechs Stunden Fast-Food vertragen? Bezeichnend für die Situation mag sein, dass man einem Fiat 500 im absoluten Super-Rat-Look die größte Aufmerksamkeit schenkte. Hierbei handelte es sich um einen notdürftig fahrbereit gemachten Scheunenfund. Der Fahrer nahm auf den bloßen, rostigen Sitzfedern Platz…Kurz und knapp: Diese Veranstaltung war ein bitterer Reinfall!