Augsburger Frühjahrsboten
Obwohl es noch gar nicht richtig geschneit hat, sehnt sich die Auto-Fangemeinde nach dem Frühjahr wie noch nie. Man hat genug von Nässe und Kälte und setzt sich allen Warnhinweisen zum Trotz in seinen Oldie, um ihn über gepökelte Straßen nach Augsburg zu bewegen. Wer an diesem Wochenende nämlich mit einem Oldie kommt, hat freien Eintritt und einen exklusiven Parkplatz bei der Oldtimer-Messe. Schwaben lassen sich das nicht zweimal sagen. Sie rücken an – im Kadett, im Käfer, im Taunus oder im Porsche 912.Eine Halle Autos mit Clubständen, zwei Hallen Flohmarkt und ein Freigelände, das eben jene unerschrockenen Besucher als Parkplatz nutzen und vorwiegend mit Youngtimern bestücken. Das war’s – das reicht auch für einen bunten Nachmittag, den man sich besten Gewissens 13 Euro plus 4 Euro Parkgebühr kosten lassen kann. Der Besucheransturm ist enorm, das Interesse riesengroß. Den Stellenwert der Veranstaltung unterstreichen Aussteller wie Peter Fried und Romano Schmidt.
Tuning wird vor allem bei den Käfer-Freunden nach wie vor groß geschrieben. Der Trend zum Subaru-Boxer im Käfer-Heck wird zunehmend akzeptiert. So gehen die einen neue Wege und Repro-Ersatzteilen, die als „original“ verkauft werden aus dem Weg. Die anderen versuchen noch echte Original-Neuteile zu ergattern oder Schnäppchen in Form von gut erhaltenen Gebrauchtteilen zu machen. Im Allgemeinen scheint der Markt zu boomen – nie waren Youngtimer so wertvoll wie heute!Es scheint offensichtlich, dass sich die Schrauber zunehmend älterer Autos annehmen, an denen man noch „was machen“ kann. Sie haben eben keinen Bock auf CAN-Bus und Computer-Tuning. Zurück zu den Wurzeln lautet die Devise. Lieber rustikal und rüstig, als von Katalysatoren sowie Partikelfiltern gewürgt und vom Vorschriftenwahn umzingelt. Aus der VW-Vorläufermarke „KdF“ (Kraft durch Freude) wurde so ein T-Shirt-Emblem nebst Schriftzug: „Kraft durch Feinstaub“.