
Mansory fährt ein volles Programm für den kleinen Rolls Royce und nennt es „atemberaubende Individualisierung“. Tatsächlich bleibt einem die Luft weg, wenn man BMWs Nobelkutsche „Rolls Royce Ghost“ in diesem Trimm sieht. Genau das Richtige für diejenigen, die täglich aufs Neue entscheiden wollen, ob sie ihre Weißwurst lieber mit Kaviar oder mit Erdbeermarelade essen. Hauptsache anders als andere (ärmere) Kinder.So entsteht ein einzigartiges Gesamtkonzept mit äußerst selbstbewusstem Charakter. Auffälligstes Merkmal der Verwandlung ist die gold-blaue Lackierung. Die gewöhnungsbedürftige Farbgebung betont die neu gestaltete Formgebung des Exterieurs, in deren Zusammenhang der Auto-Veränderer gern von „dezent“ spricht. Lassen Sie sich das Folgende einfach auf der Zunge zergehen, während Ihnen die Augen tränen: „So legt der goldene Lack einen Akzent auf die feingliedrige Querstrebe in der neuen Frontschürze sowie die vertikale Kieme zwischen den Scheinwerfern und den vorderen Radbehausungen. Auch der modifizierte Kühlergrilleinsatz erhält von der Lackierung die gebührende Aufmerksamkeit. Einen Hinweis auf die gesteigerte Leistungsfähigkeit des Mansory Ghost geben die Seitenschweller, die Edelstahlbeplankung, der zurückhaltende Heckspoiler und die Heckschürze mit dem angedeuteten Diffusor und den doppelflutigen Endrohren der Doppelsport-Abgasanlage.“

Es ist immer ein Genuss, von automobilen Kabarettisten überzeichnete Kunstwerke auf der Basis teuerster Luxusautos zu betrachten. Kunst und Können sind und bleiben dennoch zwei Paar Stiefel. Wenn sich Manni Manta als Designer versucht, vermag das Ergebnis vielleicht nicht jeden zu überzeugen. In Sachen Power sieht’s anders aus. Statt der serienmäßigen 570 PS produziert der überarbeitete Ghost phänomenale 720 PS bei 5850 Umdrehungen pro Minute. Das maximale Drehmoment liegt bei 1020 Newtonmetern. Damit beschleunigt der Motor die 2360 Kilogramm des Fahrzeugs in nur 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Dank der aufgehobenen Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit endet die Beschleunigung nicht mehr bei 250, sondern erst bei 310 km/h. Interessant ist aber vor allem, wie der Veränderer technische Gegebenheiten beschreibt, ist doch von „vergrößerten Bi-Turboladern“ die Rede. Die schauen wir uns auf dem Genfer Salon genauer an und sind echt gespannt!