Viel Vergnügen mit Leichtigkeit
dp Motorsport hat einen Elfer aus dem Gründungsjahr des Tuning-Unternehmens (1973) zum Leichtgewicht gemacht. Ein Carbon-Bodykit, bestehend aus Frontstoßfängern und Hauben, Kotflügeln, Türen, Verbreiterungen, und Heckleitwerk macht’s möglich. Darüber hinaus verfügt der alte Zuffi über eine Carbon-Dachhaut, die im Sandwich-Vakuum-Verfahren hergestellt wurde. Selbst der Fahrzeugboden besteht größtenteils aus dem Leichtbau-Werkstoff. Echtes Glas gibt’s nur noch im Bereich der Frontscheibe; die restlichen Fenster sind aus Kunststoff.
Der 3,6-Liter Boxermotor leistet trotz nostalgischer Zutaten 310 PS. Die Rede ist von 50 mm PMO-Vergasern mit offenen Luftfiltern und einer Doppelzündung mit einem programmierbaren Verlauf des Zündzeitpunkts. Das zum Einsatz gebrachte G-50 Getriebe verfügt über ein Sperrdifferenzial. Kaum zu glauben und möglicherweise auch nicht wahr: Laut Pressemitteilung wurde der ab Werk drehstabgefederte Porsche-Oldie auf ein Gewindefahrwerk umgerüstet. Ein wenig dazu passen würde die Feststellung, dass die Bremsen vom 964 stammen. In den Radhäusern drehen sich die guten alten Füchse. Ihre Maße: 9 x15 und 13 x15 Zoll. Die Reifen: 225/50er und 345/35er.
Fahrer und Beifahrer trennt ein erhöhter Mitteltunnel. Sie sitzen im (eingeschweißten) stählernen Käfig auf dp-Schalensitzen vor einem ultraleichten, „uhrlosen“ Carbon-Armaturenbrett. Dabei lassen sich weitere Feinheiten genießen: ein Spezialtank mit 70 Litern Fassungsvermögen, eine 25-Ampere Gel-Starterbatterie, ein kleinerer Vorratsbehälter fürs Scheibenwaschwasser, die elektrische Lüftung für den Innenraum und so weiter.
Das Startgewicht des alten Porsche beträgt nur noch 870 kg (ohne Treibstoff). Beschleunigungstechnisch kann man damit vermutlich manch neuerem Schnauferl aus Zuffenhausen auf der Geraden zeigen, wo der Hammer hängt. Wofür das alles gut sein soll? Es macht Spaß! Und das ist ja wohl Grund genug in Zeiten, wie diesen…Fotos: Jordi Miranda